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#DemokratieGewinnt

23. September 2016, ZDF-Konferenzzentrum Mainz

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen und Mitwirkenden, die den 11. Demokratie-Tag zu einem so erfolgreichen Tag gemacht haben!

23. September 2016

10:00 bis 16:00 Uhr

ZDF-Konferenzzentrum

ZDF-Gelände, ZDF-Straße 1, 55127 Mainz

w

Teilnehmer*innen

Rund 600 Jugendliche, Pädagog*innen und Eltern mit Interesse am Themenfeld „Demokratie lernen und leben“

Der 11. Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz

Wenn Kinder- und Menschenrechte missachtet werden, wenn rechtsextreme Gewalt zunimmt, wenn rechtspopulistische Bewegungen Zulauf finden, wenn Intoleranz gesellschaftliche Akzeptanz findet, wenn Hass nicht nur im Internet offen ausgelebt wird, wenn die europäische Idee in Vergessenheit gerät, wenn religiöser Extremismus und Terrorismus auch hier einen Nährboden finden – dann werden demokratische Gewissheiten und unser demokratisches Zusammenleben auf die Probe gestellt.

Beim 11. Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz trafen sich rund 600 Jugendliche und Erwachsene, die sich dem entgegen stellen: Mit Kreativität, Engagement und Elan setzen sie sich ein für die Zukunft der Demokratie – für Menschenrechte, Vielfalt, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, für Akzeptanz und Integration. Sie engagieren sich dafür, dass Kinder und Jugendliche Demokratie von klein auf leben können – in Kita, Schule und Jugendarbeit.

Denn nur wenn es gelingt, dass Kinder und Jugendliche zu mündigen Bürger*innen einer aufgeklärten und wertebasierten Demokratie heranwachsen, heißt es auch in Zukunft: Demokratie gewinnt!

Grußwort

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin

Begrüßung

Elmar Theveßen, stv. Chefredakteur des ZDF

„Ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich im Namen des ZDF hier zum Demokratietag. Soviel Zukunft auf einen Haufen – das ist großartig. Nicht nur für uns, sondern für unsere Gesellschaft. Denn Ihr seid die Zukunft für unser Land und unsere Demokratie. Und die ist so wichtig, dass ich ein paar ernstere Worte mitgebracht habe.“

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Ich begrüße Sie und Euch alle ganz herzlich im Namen des ZDF hier zum Demokratietag. Soviel Zukunft auf einen Haufen – das ist großartig. Nicht nur für uns, sondern für unsere Gesellschaft. Denn Ihr seid die Zukunft für unser Land und unsere Demokratie. Und die ist so wichtig, dass ich ein paar ernstere Worte mitgebracht habe.

Die Demokratie, so hat es einst ein Kollege beschrieben, ist die stärkste aller Herrschaftsformen, weil sie ihren Bürgern so viele Freiheiten lässt. Aber wenn sich die Demokratie Feinden gegenübersieht, die eben diese Freiheiten für ihre Angriffe missbrauchen, dann ist sie schwach und angewiesen auf die Stärke und Unterstützung all jener, die sonst von der Freiheit profitieren, der Bürger also.

Was aber, wenn eine wachsende Zahl von eben diesen Bürgern an der Demokratie zweifelt, weil sie sich benachteiligt fühlen, weil sie Angst haben, und vor lauter Angst nicht merken, dass sie denen auf den Leim gehen, die unsere Demokratie zerstören wollen, die ihre Ansichten der Mehrheit aufzwingen wollen, um Macht und neue Anhänger zu gewinne. Natürlich rede ich von den Islamisten. Aber gleichzeitig rede ich auch von den Rechtsextremisten und Rechtspopulisten. Letztere werden oft genug als „kontrovers“ bezeichnet. Das ist eine Verharmlosung. An dieser Stelle rede ich nicht im Namen des ZDF, sondern als Journalist, deshalb schreibe ich Kommentar obendrüber: Wenn beispielsweise Vertreter der AfD einen politisch andersdenkenden Demokraten als linksextremistisch bezeichnen, während einige ihrer Führungskräfte einen Biologischen-Rassismus propagieren, den Einsatz von Schusswaffen gegen Minderjährige für rechtmäßig halten, den Begriff völkisch positiv besetzen wollen, ein AfD-Spitzenkandidat im Saarland Nazi-Devotionalien verkauft und die Partei ein in Teilen verfassungswidriges Grundsatzprogramm verabschiedet hat, dann ist das nicht mehr „kontrovers“.

Umso mehr brauchen wir echte Demokraten, die sich von verfassungsfeindlichen Islamisten und Rechtsradikalen ihren Staat nicht kaputt machen lassen. Die auf die Straße gehen, in die sozialen Brennpunkte, in die Wahlkabinen und zu den Menschen anderer Herkunft und anderen Glaubens, um sich gemeinsam zu engagieren für ein vielfältiges, stärkeres und freies Deutschland. Die keine Angst zeigen, sondern Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit, wenn der Terror auch hier einmal zuschlägt. Stattdessen lassen wir uns erfassen von der Furcht vor der Gewalt – der verbalen und der physischen – der Extremisten beider Lager, die uns den Kampf der Kulturen einreden wollen.

Darüber hinaus leben wir offenbar derzeit in einem Europa, das offenbar selbst nicht mehr weiß, was es ist, wofür es steht und wohin es will. US-Präsident Barack Obama hat das am 25. April 2016 auf der Hannover-Messe bei seiner Rede an die Europäer unmissverständlich formuliert: „Was auf diesem Kontinent geschieht, hat Konsequenzen für die Menschen rund um den Globus. Wenn ein vereintes, friedvolles, liberales, pluralistisches Europa der freien Märkte beginnt, an sich selbst zu zweifeln, wenn es anfängt, seine eigenen Fortschritte der letzten Jahrzehnte zu hinterfragen, dann können wir nicht erwarten, dass sich der Fortschritt, der gerade an vielen anderen Stellen der Welt Fuß fasst, weiter fortsetzt. Stattdessen ermächtigen wir jene, die argumentieren, dass Demokratie nicht funktionieren kann, dass es Intoleranz, Stammesdenken, die Aufteilung nach ethnischen Grenzen, Autoritarismus und Einschränkung der Pressefreiheit braucht, um den Herausforderungen von heute zu begegnen.“ Obama spricht von einer „trügerischen Sicherheit“, erschaffen von jenen, die vor der Globalisierung in die Gruppen von Gleichgesinnten fliehen und damit „Menschen gegeneinander in Stellung bringen, je nachdem, wie sie aussehen, wie sie beten oder wen sie lieben“.

Deshalb erinnert der Präsident des Landes, das einst als die Neue Welt galt, die Alte Welt, Europa und uns Europäer, an das, was wir eigentlich selbst am besten wissen müssten: „Ich sage Ihnen, dem Volk von Europa: Vergessen Sie nicht, wer Sie sind! Sie sind die Erben des Ringens um Freiheit. Sie sind die Deutschen, Franzosen, Niederländer, Belgier, Luxemburger, Italiener und, ja, auch die Briten, die sich über alte Trennlinien erhoben und Europa auf den Weg der Einheit gebracht haben. Sie sind die Polen der Solidarność, die Tschechen und Slowaken, die eine Samtene Revolution wagten. Sie sind die Letten, Litauer und Esten, die ihre Hände für die große Menschenkette der Freiheit gereicht haben. Sie sind die Ungarn und Österreicher, die einst den Grenzzaun aus Stacheldraht durchschnitten. Und Sie sind die Berliner, die in jener Novembernacht endlich die Mauer niedergerissen haben. Sie sind die Menschen von Madrid und London, die sich angesichts der Bombenanschläge weigerten, sich der Angst zu ergeben. Und Sie sind die Pariser, die das Bataclan wiedereröffnen. Ihr seid die Menschen von Brüssel mit ihrem Platz voller Blumen und Flaggen, zwischen denen ein Belgier eine Botschaft hinterließ: ‚Wir brauchen mehr, mehr Verständigung, mehr Dialog, mehr Menschlichkeit.‘ Genau das sind Sie. Vereint, zusammen. Sie sind Europa – geeint in der Vielfalt, geleitet von den Idealen, die die Welt erleuchten, und stärker, wenn Sie geeint zusammenstehen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ihr seid gemeint, Sie sind gemeint. Wir alle sind gemeint. Ihre seid, wir sind Zukunft. Und Zukunft ist immer besser als früher, wenn wir den Mut haben, sie positiv zu gestalten. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch allen einen erfolgreichen und schönen Demokratietag. Vielen Dank!

Geleitwort

Hans Berkessel für die Veranstalter

„[…] In dieser Situation haben die Veranstalter des Demokratie-Tags entschieden, sich dieser besorgniserregenden Entwicklung unter dem Motto # DemokratieGewinnt aktiv und kreativ auf der Basis des immer breiter werdenden Netzwerkes aus staatlichen und zivligesellschaftlichen Institutionen und mit Hilfe der vielen engagierten Organisationen entgegen zu stellen. Wir wollen bei dieser größten bundesweiten demokratiepädagogischen Veranstaltung damit ein deutliches Signal für die Menschenrechte, für Vielfalt, Meinungs- und Religionsfreiheit, Akzeptanz und Integration setzen. […]“

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Geleitwort der Veranstalter herunterladen

# DemokratieGewinnt

Geleitwort der Veranstalter zum 11. Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz am 23.09.2016, ZDF Mainz

„Der Kampf um die Demokratie hat begonnen.“ – so titelt die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer Ausgabe vom 4. August 2016 und sieht den Erhalt der liberalen und pluralistischen Demokratie auf der Grundlage der universell gültigen Menschen- und Bürgerrechte durch den weltweiten Vormarsch der nationalistischen, rechtspopulistischen Parteien und Bewegungen gefährdet.
Der „völkische Demokratiebegriff“ dieser Parteien und ihrer autoritären Führer sei „demokratiezerstörend“: „Denn sein Ausgangspunkt ist nicht das freie Individuum, sondern die Ethnie. Nicht die Differenz, sondern die Identität. Dieses Denken kommt sehr hässliche in der zweckentfremdeten Losung ‚Wir sind das Volk‘ zum Ausdruck, die auf rassistischen Kundgebungen in Deutschland ertönt. Wir! Und nicht die mit dunklem Teint oder ungewöhnlich zahlreichen Umlauten im Namen. Wenn aber das Rassisten-Wir das wahre Volk ist, dann ist alles, was ihm entgegensteht, logischerweise undemokratisch – wie die Bundeskanzlerin. Und unwahrhaftig – wie die Presse.
Völkisches und autoritäres Denken gehören zusammen, weil ihr gemeinsames Ideal die Identität ist.“
Zitiert nach: Gero von Randow, in DIE ZEIT, Nr. 33, 04.08.2016, S. 3

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, liebe Mitwirkende,

der nunmehr 11. Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer steht ganz im Zeichen der u. a. durch die Flüchtlingskrise ausgelösten Polarisierung der Gesellschaft und der zunehmenden Akzeptanz von populistisch verkündeten, vermeintlich einfachen Lösungen hoch- komplexer innen- und außenpolitischer Probleme – und leider auch zunehmender extremistischer Positionen bis hin zur Gewaltbereitschaft gegenüber Minderheiten. Die universal geltenden Menschenrechte als Grundlage des Wertesystems unserer offenen und pluralistischen Demokratie werden immer wieder infrage gestellt, eine Verteidigung derselben erscheint vielen nicht notwendig.

In dieser Situation haben die Veranstalter des Demokratie-Tags entschieden, sich dieser besorgniserregenden Entwicklung unter dem Motto # DemokratieGewinnt aktiv und kreativ auf der Basis des immer breiter werdenden Netzwerkes aus staatlichen und zivligesellschaftlichen Institutionen und mit Hilfe der vielen engagierten Organisationen entgegen zu stellen. Wir wollen bei dieser größten bundesweiten demokratiepädagogischen Veranstaltung damit ein deutliches Signal für die Menschenrechte, für Vielfalt, Meinungs- und Religionsfreiheit, Akzeptanz und Integration setzen. Gemeinsam mit unsereren Teilnehmerinnen und Teilnehmern wollen wir zeigen, dass es möglich ist, dass Kinder und Jugendliche Demokratie von klein auf erfahren und leben können – in Kita, Schule und Jugendarbeit.

Das kann insbesondere in der Schule nur gelingen, wenn alle schulischen Gruppen: Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern am Prozess einer demokratischen Schulentwicklung mitwirken, die den Kindern und Jugendlichen Erfahrungsräume für Mitbestimmung und Mitverantwortung schafft.

Lassen Sie uns unterstützt durch die Medienpartnerschaften mit ZDF und SWR am Ort der größten europäischen Sendeanstalt – nun schon zum dritten Mal im ZDF- Konferenzzentrum Mainz – aus ein ermutigendes Signal für die Zukunft unserer freiheitlichen, pluralistischen Demokratie und gegen alle Formen der fremdenfeindlichen, rassistischen und rechtsextremistischen Diskriminierung in Hassparolen, in gewalttätigen Auseinandersetzungen oder Brandanschlägen auf Unterkünfte von Asylbewerbern oder Flüchtlingen setzen.

Wir freuen uns, dass über 500 Teilnehmer/innen unserer Einladung gefolgt sind und wünschen Ihnen und euch allen bei einem bunten Programm aus Mitmach-Aktionen, Workshops, Vorträgen, politischen Diskussionen z.B. zwischen Jugendlichen und Landtagsabgeordneten, kulturellen Beiträgen und den vielen Informations- und Gesprächsangeboten an unseren rund 70 Messeständen einen schönen, anregenden und erkenntnisreichen Tag.
Lasst uns durch unser gemeinsames Engagement hier auf dem Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz und da wo wir zuhause Verantwortung tragen und uns einmischen So können dafür sorgen, dass es am Ende wirklich heißt:
DemokratieGewinnt!

Ihr/Euer

Hans Berkessel, Vorsitzender der DeGeDe Rheinland-Pfalz
Für das Veranstalter-Team des Demokratie-Tags Rheinland-Pfalz

Pressemitteilungen

zum 11. Demokratie-Tag

Pressemitteilung der Veranstalter

Anlässlich der Diffamierungskampagne der AfD Rheinland-Pfalz bezieht die DeGeDe wie folgt Stellung:

Pressemitteilung der DeGeDe

Programm

Das Programm des 11. Demokratie-Tags war offen gestaltet: Die Teilnehmer*innen konnten aus den vielfältigen Programmangeboten die wahrnehmen, die sie interessierten. Daneben blieb genügend Zeit, um die Aussteller zu besuchen und sich auszutauschen.

Messe für Kinder- und Jugendbeteiligung

An über 70 Ausstellungsständen präsentierten sich Projekte und Organisationen, die sich für Demokratie und Beteiligung engagieren. Die Teilnehmer*innen konnten die Vielfalt der Angebote entdecken, sich informieren und treten mit anderen Fachleuten in Kontakt treten.

Beispiele guter Praxis

Beim Demokratie-Tag konnten die Teilnehmer*innen erleben, wie der Einsatz für Demokratie in Schule und Jugendarbeit praktisch gelingt. Zahlreiche Organisationen präsentierten ihre Beispiele guter Praxis in den Themensträngen „Demokratie in Schule und Unterricht“ und „Beteiligungskultur – Demokratie und Partizipation in Jugendverbänden und -arbeit“.

Diskussionen mit Politik und Praxis

Ob in Foren oder im heißen Eck – beim Demokratie-Tag diskutierten die Teilnehmer*innen aktuelle Themen rund um Demokratie und Engagement nicht nur mit den anderen Teilnehmern, sondern auch mit den Verantwortlichen aus Politik und Praxis.

Das Programmheft zum 11. Demokratie-Tag

Mit allen Ausstellern und Programmangeboten am 23. September 2016 in Mainz im Überblick

Download Programmheft (2,8 MB)

Veranstaltungsort

ZDF-Konferenzzentrum auf dem ZDF-Gelände, ZDF-Straße 1, 55127 Mainz

ZDF-Konferenzzentrum

ZDF-Straße 1, 55127 Mainz, Deutschland